1. Informationstag MARKANT Österreich

Veranstaltung
06.06.2012
AT Wien
1. Informationstag MARKANT Österreich 1. Informationstag MARKANT Österreich

MARKANT Österreich steht gut da. Doch die Rahmenbedingungen verändern sich schnell. Denkanstöße und Lösungsansätze vom 1. Informationstag der MARKANT in Wien.

Tradition trifft Zukunft

Erwin Wichtl hat es im Rahmen seiner Rede anlässlich des 1. Informationstages seiner Organisation auf den Punkt gebracht. „Wir blicken auf eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung in den vergangenen Monaten zurück“, sagte der amtierende  Geschäftsführer der MARKANT Österreich. Es sei allerdings noch viel Potenzial vorhanden – für eine effektivere Zusammenarbeit mit den Handelsorganisationen und Industriepartnern. „Wir bieten kostensenkende Dienstleistungen in bester ECR-Manier.“ Vor allem die Industrie nutze diese effizienz- und leistungssteigernden Möglichkeiten, die der MARKANT Verbund biete, noch nicht konsequent.

Nachhaltige Daten notwendig
Franz-Friedrich Müller setzte an diesem Punkt an. „Wir generieren wichtige Kosteneinsparpotenziale, indem wir uns intensiv mit den Wertschöpfungsprozessen befassen“, sagte der Geschäftsführer der MARKANT AG. Der effiziente Umgang mit Daten in Zeiten zunehmender Gesetzgebung bedinge sich gegenseitig, sowohl als Hol- wie auch als Bringschuld. Müller wies in diesem Zusammenhang einerseits auf die für alle am Wertschöpfungs-prozess beteiligten Unternehmen resultierenden Skaleneffekte, andererseits auf die geplante EU-Lebensmittelinformationsverordnung hin. Diese Verordnung regele jegliche Information, die ein Lebensmittel betreffe. Davon tangiert seien Kennzeichnung, Aufmachung, Werbung und das mündliche Verkaufsgespräch. „Wir brauchen deshalb einen nachhaltigen Datenfluss“, so Müller. MARKANT bietet den Herstellern die Möglichkeit, alle  Produktinformationen zentral ihren Mitgliedern bereitzustellen. Müller: „Wir sollten uns nicht von der Politik treiben lassen, sondern sollten selbst das Steuer eigenverantwortlich übernehmen.“

Information steuert Warenfluss
Bernhard Delakowitz sensibilisierte die Führungskräfte der österreichischen Handels- und Industriepartner für den unternehmerischen Wert von Stammdaten. Im crossmedialen Zeitalter beeinflusse der Informationsfluss zunehmend den Warenfluss, sagte der Leiter der Zentralen Dienste Ware International der MARKANT AG. Die Smartphone-Generation habe jederzeit Zugriff auf alle Informationen. Unternehmen müssten sich frühzeitig der Entwicklung stellen.

Tradition reicht nicht
René Schneider vom Institute of Grocery Distribution zufolge stehen deshalb traditionelle Geschäftsmodelle unter Druck. Neue Technologien revolutionierten die Wertschöpfungsprozesse, so Schneider. Wer nachhaltig erfolgreich bleiben wolle, müsse rückwärtig so effizient und im Verkauf so kundennah und transparent wie möglich agieren. Handel und Industrie sollten hierbei stärker an einem Strang ziehen, sagte Schneider.

Euro-Währung ist sicher
Im zweiten Teil des Informationstages griff Finanzmarktexperte Professor Dr. Max Otte die Diskussionen rund um die Zukunft des Euro auf. „Der Euro ist sicher“, sagte er. Die jetzige Staatsschuldenkrise sei eine Folge der jüngsten Finanzmarktkrise. Die Staatsinsolvenz Griechenlands habe im übrigen nichts mit dem Euro zu tun. Otte glaubt nicht daran, dass sich an der aktuellen Situation in den kommenden drei Jahren etwas verändern wird. Auch der Konsum werde weiterlaufen. Der ehemalige EU-Kommissar und Österreich-Experte Dr. Franz Fischler warnte in diesem Kontext vor zu viel Trägheit. Österreich sei wirtschaftlich zwar zurzeit erfolgreich. Erfolg mache allerdings träge.

Rund 200 Führungskräfte waren beim Informationstag der MARKANT Österreich im Wiener Palais  Ferstel. In diesem Rahmen hat der langjährige MARKANT-Geschäftsführer Erwin Wichtl den Stab an seinen Nachfolger Dr. Andreas Nentwich übergeben.