10. Informationstag MARKANT Syntrade Schweiz AG

Veranstaltung
30.10.2018
CH Luzern
10. Informationstag MARKANT Syntrade Schweiz AG 10. Informationstag MARKANT Syntrade Schweiz AG

In diesem Jahr fand der Informationstag der MARKANT Syntrade Schweiz AG bereits zum zehnten Mal statt – und bot wie in den Vorjahren exklusive Marktinformationen für die Besucher.

Kooperative Stärke

Rund 300 Teilnehmer aus Industrie und Handel waren dieses Mal zur Veranstaltung im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern angereist. Aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums der Tagung erinnerte Franz-Friedrich Müller, Geschäftsführer der MARKANT Handels- und Industriewaren-Vermittlungs AG, an den noch bescheidenen Anfang des Informationstages im Jahr 2008 in Zürich und die dann überaus erfolgreiche Entwicklung hin zu einer in der Branche einzigartigen Kommunikationsplattform. „Mein Dank gilt allen Partnern der MARKANT für den gegenseitigen Respekt und die gegenseitige Anerkennung‟, lobte Franz-Friedrich Müller, bevor er anschliessend seinen baldigen Rücktritt aus der Geschäftsführung ankündigte und das Wort an seinen Nachfolger Christian Francken übergab. Dieser betonte: „Das schon jetzt umfangreiche Angebot an Dienstleistungen und eServices wird weiterhin konsequent ausgebaut werden, damit sich die Handelspartner ganz auf die Herausforderungen des Marktes konzentrieren können. Wir bei der MARKANT sind fokussiert auf technische Entwicklungen.‟. Auch Jos Lanen, Geschäftsführer der MARKANT Syntrade Schweiz AG, berichtete vom rasanten Wachstum der MARKANT-Dienstleistungen und ergänzte beindruckende Fakten und Zahlen über den Status und die weitere Entwicklung der Dienstleistungen in der Schweiz.

Im Anschluss an die Begrüssung und Einleitung folgten Fachvorträge von hoher Aktualität und Praxisrelevanz für die Branche. Zunächst präsentierte Peter Fickentscher, Direktor Handel bei der GfK Switzerland AG, bisher unveröffentlichte Daten über die Entwicklungen im Schweizer Detailhandel. Seine These: Der Schweizer Detailhandel befinde sich in einem tiefgreifenden Wandel. In einem gesättigten Markt sorge vor allem die Digitalisierung für Wettbewerbsdruck. Aber: Der etablierte stationäre Handel steuere gegen, auf verschiedene Weise, wie Peter Fickentscher berichtete. Obenan stünden neue Ladenkonzepte, die beim Einkauf eine besondere Atmosphäre erzeugten, aber auch neu zusammengestellte oder exakt auf bestimmte Zielgruppen zugeschnittene Sortimente. Sein Rat an die MARKANT-Partner: „Analysieren Sie Ihre Kunden und den Markt, probieren Sie viel aus, finden Sie Ihren eigenen Weg.‟. Und trotz aller Dynamik in den Online-Kanälen gelte: „Die Schweizer haben immer noch eine grosse Affinität für ihre stationären Händler‟, wie Fickentscher mit den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage untermauerte. Darin hätten im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Verbraucher der Aussage zugestimmt: „Wir möchten den lokalen Handel stützen‟.

Anschliessend folgte ein inspirierender Vortrag des Schweizer Philosophs Ludwig Hasler. Er sieht in einem Mit- und Nebeneinander von Mensch und Maschine, von analog und digital, die Zukunft. Entscheidend für ihn sei stets der Nutzen für den Menschen. Es gehe für ihn in jedem Einzelfall um die Frage: „Was kann der Mensch – oder das analoge Produkt – besser als die Maschine? Und umgekehrt.‟. Oft liege die Antwort in der goldenen Mitte, liefere die Kooperation von Mensch und Maschine das beste Ergebnis. Hasler schlug sodann den Bogen zum Handel und erinnerte daran, dass sich die Natur des Menschen, vor allem seine Neugier, im digitalen Zeitalter nicht grossartig geändert habe. Der Mensch träume von etwas, das er noch nicht kenne. Er wolle auf etwas stossen, was es noch gar nicht gäbe. Auch beim Einkaufen. „Der stationäre Handel lebt im Kern immer auch vom Entdecken.‟ Es komme entscheidend auf die „Magie der Dinge‟ an, betonte Hasler. Dafür brauche der Handel die Inszenierung des Verkaufs – und motivierte Mitarbeiter, die den Kunden wahrnähmen.

„Die Welt aus den Fugen?“ – mit einem Vortrag, welcher sich dieser komplexen Frage widmet, schliesst Beatrice Weder di Mauro, Ökonomin und Wirtschaftsexpertin, die Veranstaltung. Sie beleuchtete die globale Lage und die damit verbundene tektonische Verschiebung der Einkommensverteilung. Ihre Prognose: Im Jahr 2050 liegt der Schwerpunkt in Südchina, in dessen Umkreis 50 Prozent der Weltbevölkerung leben. Gewichtet man das BIP nach Kaufkraft, ist China mit 18 Prozent schon heute grösser als die USA mit 16 Prozent, und auf Platz zwei liegt Europa mit 17 Prozent. «Die Schweiz muss hoffen, dass unsere gemeinsame Region Europa stabil bleibt – und dafür auch selber Sorge tragen.»