111. MARKANT Handels-Forum

Veranstaltung
05.04.2017 bis 06.04.2017
DE Karlsruhe
111. MARKANT Handels-Forum Food  111. MARKANT Handels-Forum

Digitalisierung als Chance – zu diesem Thema fand im Rahmen des 111. MARKANT Handels-Forums ein Themenkongress statt. Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft beleuchteten die digitale Zukunft.

Daten – das Öl der Zukunft

Mehr als 1.000 Fachleute aus der Markenindustrie, dem Lebensmittel- und Drogeriehandel haben am 111. MARKANT Handels-Forum in Karlsruhe teilgenommen. 232 Aussteller, darunter fast vierzig Neulieferanten, präsentierten aus allen FMCG-Gruppen Neuheiten und Konzepte mit Fokus auf die aktuellen Foodtrends. Der große Zuspruch beweist, dass das Handels- Forum das bedeutendste Kommunikationsmedium in der Branche ist. „Hier leben wir Kooperation, wir reden nicht nur davon", so Franz-Friedrich Müller, Geschäftsführer der MARKANT AG.

Gespür für Zukunftsthemen

Zukunftweisendes gab es nicht nur zu sehen, über Zukunftweisendes wurde auch referiert. Unter dem Motto „Daten – Transparenz – Kundennähe: Die Digitalisierung als Chance nutzen!“ hat die MARKANT einmal mehr ihr Gespür für Zukunftsthemen bewiesen. „Daten sind das Öl der Zukunft, der Schmierstoff in den komplexen Wertschöpfungsketten unserer Branche“, mit diesen Worten eröffnete Franz-Friedrich Müller den im Rahmen des Handels- Forums stattfindenden Themenkongress. Durch das Programm führte Jo Hiller, der Moderator des Wirtschafts- und Verbrauchermagazins „Markt". Sein einleitender Kommentar zur Digitalisierung lautete: „Ein Zurück wird es nicht geben. Wir wollen auch nicht zurück. Denn die Digitalisierung hat durchaus Vorteile, Chancen und Möglichkeiten.“

Echtzeitdaten relevant für den Umsatz

Den Auftakt des Kongresses gab Sven Gábor Jánszky, Trendforscher und Direktor des 2b AHEAD Think Tanks, mit seinem Vortrag über „Digitalisierung und Disruption – Treiber des modernen Handels“. Eine seiner Kernaussagen war: „Jeder, der das Datengeschäft kennt, weiß auch, dass sich das Verständnis von Daten verändert hat. Für die Frage, wie sich ein Verbraucher für den Kauf im Hier und Jetzt entscheidet, sind Echtzeitdaten relevant.“ Das einzig Neue im digitalen Transformationsprozess sei die Geschwindigkeit. Daher ruft der Trendforscher dazu auf, die Dinge, die bisher richtig waren, zu vergessen, um offen zu sein für Neues. Dies sei die wichtigste Kompetenz, um digitale Chancen und neue digitale Geschäftsmodelle entwickeln zu können.

Daten als Rückgrat aller digitalen Prozesse

Fakt ist: Die digitale Transformation erfordert ein strategisches Umdenken in der Konsumgüterbranche. Dem Misstrauen der Konsumenten kann nur durch Aufklärung, Offenheit und Ehrlichkeit entgegen gewirkt werden. Aus diesem Grund spielen einheitliche Datenstandards und ein möglichst einfaches Handling bei Produktinformationen für die Verbraucher eine wichtige Rolle. Die Bereitstellung von korrekten und stimmigen Artikel-Stammdaten ist absolut essentiell mit Blick auf eine nachhaltige Absatzförderung. Vor diesem Kontext referierte Holger Rendler, Geschäftsführer MARKANT Deutschland zum Thema „MARKANT – verlässlicher Kooperationspartner für digitale Prozesse“. „Vertrauen erfährt man durch offene und valide Informationen durch Transparenz“, so Rendler. So will die MARKANT neue Informations- und Kommunikationswege aufbauen, wie etwa mit dem Feedbacktool im zentralen Artikelstamm. Ziel ist, eine Verbesserung der Datenqualität herbeizuführen. Zudem bietet die MARKANT neue Software- Leistungen an, die es den Handelspartnern ermöglicht, Produktrückrufe systemgestützt zu managen.

Mit Innovation zu reduzierter Komplexität

Es gilt, die Digitalisierung als Chance zu nutzen und dabei den Mehrwert, den die Technologie für den Nutzer bietet, ins Zentrum zu setzen, davon ist Dr. Stephan Sigrist, Gründer und Leiter des Think Tanks W.I.R.E., überzeugt. Einleitend zu seinem Vortrag stellte er die Frage: „Was passiert mit der Digitalisierung des Essens?“ Fakt ist: Im Zentrum steht eine Personalisierung der Ernährung. Die digitale Transformation läuft schnell voran, die Rahmenbedingungen ändern sich ebenso rasant. „Während sich die Technologie relativ schnell entwickelt, heißt das nicht, dass sich der Verbraucher in der gleichen Geschwindigkeit entwickelt“, so der Experte. Innovation liege auch in der Reduktion von Komplexität. „Es geht um eine differenzierte Beurteilung innerhalb der Wertschöpfungsketten, und es gilt, zu verstehen, wo digitalisierte Systeme Sinn machen können und wo nicht“, sagte Sigrist abschließend.

Mit Schnelligkeit erfolgreich sein im Zeitalter der Digitalisierung

Digitalisierung bedeutet Veränderung und Chaos. Mit dieser Aussage leitete Prof. Dr. Tobias Kollmann, Inhaber des Lehrstuhls für E-Business und E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen, seinen Vortrag zum Thema „Wie die digitale Transformation gelingt“ ein. Er stellte klar: Digitalisierung ist unmittelbar mit Schnelligkeit verbunden. „Wer als erster ein Kundenbedürfnis digital erkennt, der kann auch als erster ein digitales oder reales Angebot machen.“ Er rief dazu auf, das digitale Zeitalter aktiv zu gestalten. Hierfür bedarf es, nach Ansicht von Kollmann, vor allem evolutionärer Köpfe sowie eines einzigartigen Leaderships in den Führungsetagen.

Abschließend appellierte Franz-Friedrich  Müller mit dem Zitat von Niccoló Machiavelli „Die beste Methode, um Informationen zu bekommen, ist die, selbst welche zu geben“ an die Teilnehmer, die Chancen der Digitalisierung gemeinsam in Angriff zu nehmen.