LIV-Informationstagung der MARKANT Syntrade

Veranstaltung
12.05.2017
CH Luzern
LIV-Informationstagung der MARKANT Syntrade LIV-Informationstagung der MARKANT Syntrade

Nach mehrjährigen Beratungen trat das neue Schweizer Lebensmittelgesetz am 1. Mai 2017 in Kraft und regelt, was bei der Produktion und beim Handel mit Lebensmitteln, aber auch mit kosmetischen Produkten und anderen Nonfood-Kategorien zu beachten ist.

Unter der Einbindung von Wirtschaft, Verbrauchern und Verbänden ist ein umfangreiches Gesetzeswerk entstanden, mit dem sich Produzenten, Händler und Importeure auseinandersetzen müssen. „Und zwar umgehend und intensiv, weil das Gesetz den Unternehmen in verschiedenen Bereichen lediglich eine Übergangsfrist von einem Jahr offenlässt", sagt Jos Lanen, Geschäftsführer MARKANT Syntrade Schweiz AG. Die Ländergesellschaft hat daher am 12. Mai in Luzern eine Informationstagung zum Thema veranstaltet und dazu ausgewiesene Experten geladen. Mehr als 200 Industrie- und Handelspartner der MARKANT nahmen an der LIV-Informationstagung teil. „Die hohe Teilnehmerzahl zeigt den Bedarf an präziser Information", so Jos Lanen.

Zu den Top-Experten gehörte Dr. Judith Deflorin, Leiterin des Fachbereichs Marktzutritt, Abteilung Lebensmittel und Ernährung beim Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), die auch an der Entstehung des neuen Lebensmittelrechts beteiligt war. Zum Gesetz resümierte sie: „Selbstkontrolle ist ein noch wichtigerer Grundpfeiler des neuen Lebensmittelrechts und gewinnt noch mehr an Bedeutung. Die Regelungen sind jetzt handfest, konkret und harmonisiert, Polemik und Gegenwind haben abgenommen. Das Gesetz wird inzwischen nicht mehr als Bürokratie-Monster dargestellt."

Über Änderungen bei der Kennzeichnung vorverpackter Lebensmittel berichtete Martina Stock, Lebensmittelchemikerin bei der AGU – Beratungsgesellschaft für Umwelt- und Qualitätsmanagement. So kann in der Schweiz weiterhin zwischen „kleiner" und „grosser" Nährwert-Deklaration gewählt werden – im Gegensatz zu den Vorschriften innerhalb der europäischen Union. „Das neue Schweizer Lebensmittelrecht weist zwar keine hundertprozentige, aber eine hohe Deckungsgleichheit mit den Regelungen der Lebensmittelinformations-Verordnung der Europäischen Union auf", erklärte Stock.

„Beim Offenverkauf gibt es keine tiefgreifenden Änderungen gegenüber den bisherigen Regelungen – die eigentliche Herausforderung für den Handel dagegen bringt die neuen Informationspflichten beim Fernabsatz", erklärte Julia Ommert von der AGU, auf der MARKANT-Tagung. Denn dazu gab es in der Schweiz bislang keine speziellen Vorgaben.

Nicht nur Information, sondern auch geldwerte Effekte bietet der Datenservice ZAS der MARKANT. Darüber referierte Claudia Vetsch, verantwortlich für den Datenservice bei MARKANT Syntrade. Der Datenservice ZAS schaffe mit dem elektronischen Datenaustausch die Voraussetzung damit auf Industrie- und Handelsseite die grosse Datenmenge überhaupt zeitnah verarbeitet werden könne – hinsichtlich der Erfüllung der Fernabsatzverordnung und im Hinblick auf die voranschreitende Digitalisierung. „Die Datenqualität ist das A und O bei den Produktinformationen. Mit Hilfe der zentralen Aktualitäts- und Qualitätsprüfung trägt ZAS dazu bei, Unstimmigkeiten in den Daten zu erkennen. Diese müssen nur einmal für die Handelspartner korrigiert oder ergänzt werden", sagte Vetsch.

Im Detail aufgeschlüsselt, anhand von Checklisten präsentiert und über konkrete Beispiele erläutert werden die neuen Vorschriften auf dem Portal www.one-globe.info. Dazu Bernhard Delakowitz, Leiter Marketing und Zentrale Dienste Ware International, MARKANT AG: „Wir werden das Informationsangebot auf www.one-globe.info kontinuierlich vertiefen und alle relevanten Informationen zukünftig auch in französischer Sprache anbieten. Ausserdem sind wir dabei, ein Monitoring-System zur Unterstützung unserer Partner beim Thema Risiko- und Qualitätsmanagement aufzubauen."