MARKANT Mitgliederkongress 2012

Veranstaltung
14.06.2012 bis 15.06.2012
DE München
MARKANT Mitgliederkongress 2012 MARKANT Mitgliederkongress 2012

Kooperation als Kernkompetenz

Unter dem Motto „Der Strategiekonflikt – Allein oder gemeinsam zum Ziel?“ hat Mitte Juni in München der MARKANT Mitgliederkongress stattgefunden. Namhafte Referenten lieferten den 250 Unternehmern aus der MARKANT-Gruppe werthaltige Denkanstöße. Die Kernbotschaften.

Kooperation oder Alleingang: In Zeiten von Finanz- und Schuldenkrise gilt es für Industrie und Handelsunternehmen, in diesem Strategiekonflikt das richtige Maß zu finden. „Das Spannungsfeld Europa fordert uns – und Sie“, sagte Franz-Friedrich Müller, Geschäftsführer MARKANT AG, vor mehr als 250 Gästen im Bayerischen Hof in München. Mit ihren Dienstleistungen werde die MARKANT ihren Mitgliedern auch künftig den Rücken frei halten. Dabei setzt die MARKANT auf Expansion: „Wir haben den Verrechnungsumsatz in den ersten fünf Monaten des Jahres um mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern können. Dazu haben auch die neuen Mitglieder beigetragen“, so Müller. Diesen Kurs gelte es fortzusetzen: „Wir wollen weiter wachsen.“

Neue Rahmenbedingungen
Die MARKANT generiere durch ihre rückwärtigen Dienstleistungen Einsparpotenziale für ihre Mitglieder – entlang des gesamten Wertschöpfungsprozesses. Mit Euler-Hermes bietet die MARKANT den Mitgliedern eine im europäischen Umfeld einzigartige, hundertprozentige Bürgschaft, mit der alle Forderungen gegenüber der Industrie abgesichert sind. Es ist erklärtes Ziel der MARKANT, künftig alle Lieferantenverträge mit dieser Bürgschaft abzuschließen.

Für die Partner der MARKANT ist es laut Müller wichtig, sich auf veränderte politische Rahmenbedingungen einzustellen. Hierzu zählten die ab dem Jahr 2013 gültige EU-Kosmetikverordnung sowie das neue Lebensmittelinformationsgesetz LMIV, welches der Industrie ab dem Jahr 2014 mehr Transparenz und detaillierte Produktinformationen abverlange. „Der Händler ist als Mitverantwortlicher in der Haftung“, sagte Müller. Die MARKANT biete auch hier Unterstützung: Mit dem Produkt-Management-Informations-System (PROMIS) werde MARKANT künftig möglichst alle relevanten Informationen zu Produkten bereitstellen.

„Das ist das Projekt der Zukunft“, so Müller. Von Oktober kommenden Jahres an wird die MARKANT ihren Mitgliedern zudem einen Datenpool zur Verfügung stellen, der europaweit sämtliche Aktionspreise aufzeige. „Das wird das beste System im Markt werden“, so Müller.

Als Ziel der MARKANT nannten die AG-Geschäftsführer Franz-Friedrich Müller und Markus Tkotz, Europas Nummer eins bei Information und Dienstleistung zu sein. Bis zum Jahr 2016 sollen die Dienstleistungen der MARKANT mit einer Leistungsvergütung verknüpft werden, die bei Nutzung der Dienstleistung greift. Strategisch setze die MARKANT auf Kooperation mit ihren Mitgliedern, deren Eigenständigkeit und Einzigartigkeit am Markt nicht eingeschränkt werde. „Kooperation ist unsere Kernkompetenz und funktioniert nur auf Augenhöhe.“ Müller appellierte an die Mitglieder: „Leben und beleben Sie unsere Kooperation.“

Über die Chancen und Risiken von Kooperation referierten auf dem MARKANT Mitgliederkongress namhafte Redner. Prof. Dr. Lars Feld, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, zeigte die Auswirkungen der Schuldenkrise auf die Volkswirtschaften in Europa auf. Der Wirtschaftsweise stellte eine verfassungsrechtlich gewagte Alternative zum Schuldenabbau vor: Die Vergemeinschaftung der Schulden der Mitgliedsländer der EU. Hierzu hat der Sachverständigenrat einen Schuldentilgungspakt vorgeschlagen.

Lehren aus der Finanzkrise zu ziehen, forderte Prof. Dr. Hans Tietmeyer, ehemaliger Präsident der Deutschen Bundesbank. „Ich wünschte mir, wir hätten in Europa ein ähnliches Gremium wie den Sachverständigenrat in Deutschland“, so der Vorsitzende des Kuratoriums Initiative neue Sozialwirtschaft.

Europäische Währung
Die Europäische Einigung sei von Anfang an „in gewissem Maße fragil“ gewesen, so Tietmeyer. „Eine Währungsunion ohne eine politische Union ist nicht möglich“, betonte der Experte und warnte gleichzeitig vor Tendenzen, die zur Abschaffung des Euro führen könnten. „Der Weg aus dem Euro hinaus ist kein Weg in die Zukunft, ganz im Gegenteil“, so Tietmeyer. Die Rückkehr zu nationalen Strukturen bedeute Verkrustung der Strukturen und keinen Weg nach vorn.

Denkanstöße für Unternehmer
Die weiteren Referenten des Mitgliederkongresses lieferten aus ihrer jeweiligen Perspektive Ansätze für erfolgreiches Handeln. Der Personal-Coach und Bestseller-Autor Patrick Heizmann griff das ewige Duell „Kopf gegen Bauch“ auf dem Weg zur Traumfigur auf. Heizmanns Forderung: „Essen Sie regelmäßig Eiweiß.“ Die Angstmache vor Cholesterin im Eigelb sei unbegründet, überhaupt schütze Information über richtige Ernährung nicht vor überschüssigen Pfunden: „Die Deutschen sind bestens über Ernährung informiert – aber sie sind die Dicksten in ganz Europa“, so Heizmann.

Richtige Entscheidung unter Druck
Aus seinem Erfahrungsschatz als Top-Schiedsrichter Europas referierte der Vize-Weltschiedsrichter und Vorsitzende der DFB-Schiedsrichter-Kommission Herbert Fandel. „Sicher entscheiden unter Druck“ lautete sein Vortrag – und den Kongressteilnehmern wurde bewusst, wie sehr dieser Titel auf die Männer in Schwarz zutrifft. Fandels „Erfolgs-Viererkette“ gilt auch für Entscheider in Handelsunternehmen: Grundkompetenz, Erfahrung, Persönlichkeit und Authentizität sorgen für Sicherheit.

Hatte Fandel die Leitung eines Fußballspiels mit der Führung eines Unternehmens verglichen, zeigte der Management-Coach und Dirigent Dr. Christian Gansch die Parallelen zwischen Orchestern und Kooperationen auf. „Aufeinander hören, miteinander handeln“, lautet das Erfolgsrezept des vierfachen Grammy-Gewinners. Kooperationen leben von einem vertrauensvollen Zusammenspiel aller beteiligten Personen, so Gansch.

Den Stellenwert von Moral und Verantwortung betonte der Philosoph und Bestseller-Autor Richard David Precht. Die drei Stufen menschlicher Moralfähigkeit sind laut Precht erstens angeborene Tötungshemmung, zweitens Mitgefühl und drittens ein angeborener Sinn für Unfairness, die einem Menschen selbst widerfährt.

Bayerischer Abend
Am Abend des ersten Kongresstages lud MARKANT zum traditionellen bayerischen Abend ein. Das Münchner Hofbräuhaus bot hierzu das passende zünftige Ambiente. Neben dem Auftritt der Kabarettistin Simone Solga erwartete die Teilnehmer passend zur Fußball-Europameisterschaft ein sportlicher Höhepunkt: Der beliebte Kommentator Werner Hansch moderierte einen Fußball-Stammtisch und diskutierte mit Vize-Weltschiedsrichter Herbert Fandel und Torwartlegende Sepp Maier unter anderem über die Qualitäten der deutschen Nationalelf. Für bayerische Atmosphäre sorgten die Jetzendorfer Hinterhof Musikanten.

Persönliche Plattform
Die zahlreichen Entscheidungsträger der MARKANT-Mitgliedsunternehmen lobten den bayerischen Abend ausdrücklich als gelungene Ergänzung zum Kongressprogramm. Die stimmungsvolle Veranstaltung förderte den Zusammenhalt ganz im Sinne von Kooperation statt Alleingang.