MARKANT Mitgliederkongress 2018

Veranstaltung
07.06.2018 bis 08.06.2018
DE München
MARKANT Mitgliederkongress 2018 MARKANT Mitgliederkongress 2018

Balance zwischen Ethik und Fortschritt

Unter dem Motto «Digitalität und Humanität» stand der MARKANT Mitgliederkongress in München. Ein Thema, das ganze Unternehmens und Gesellschaftswelten betrifft, bewegt und vor allem verändert.

Durch den zunehmenden Druck der Digitalisierung werden ganze Geschäftsmodelle und -prozesse angepasst oder infrage gestellt. Private Lebensbereiche und Verhaltensmuster verändern sich mit rasanter Geschwindigkeit. Einerseits herrschen Aufbruchstimmung sowie die Freude über neue Möglichkeiten, andererseits aber auch Ressentiments gegenüber der digitalen Transformation. Damit geht die Angst vor Jobverlust oder gar vor dem Verlust der Menschlichkeit einher. Wo geht die Entwicklung hin und bleibt der Mensch dabei auf der Strecke? Dieses Thema beleuchtete die MARKANT auf dem Mitgliederkongress in München und lud dazu hochkarätige Experten ein, die unterschiedliche Denkanstösse lieferten.

Der erste Tag des Kongresses stand unter dem Motto «Determinanten der Gesellschaft im Zeitalter der Digitalisierung ». Hierzu resümierte Franz-Friedrich Müller, Geschäftsführer der MARKANT AG: «Die Grundwerte werden bleiben, zudem werden andere Werte wichtiger, wie etwa der Schutz vor Web-Tracking.» Weiter fügte er hinzu: «Ethik darf dabei nicht als Bremsklotz verstanden werden.» Der LEH könne den Transformationsprozess gestalten. «Dafür sind Offenheit und neues Denken gefragt», so Markus Tkotz, Geschäftsführer der MARKANT AG. In diesem Kontext diskutierten Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in einer Talkrunde über die Rahmenbedingungen eines digitalen Wandels für Wirtschaft und Gesellschaft, beleuchteten die Entwicklung und gaben Hinweise auf nötige Änderungen für die Zukunft. Ein Ergebnis: Um den digitalen Wandel bestreiten zu können, brauche es nicht nur algorithmische Prozesse. Vielmehr würden kognitive, emotionale und soziale Kompetenzen zunehmend wichtig.

Im Spannungsfeld zwischen Technologie und Mensch verdeutlichten die Referenten, dass nicht nur die Technologie, sondern auch der Verbraucher die Welt verändere. Es gehe aber nicht nur um das frühzeitige Erkennen von Trends. In einer komplexer werdenden Umwelt benötigten Führungskräfte zudem neue Skills für eine sinn- und wertezentrierte Führung.

In diesem Zusammenhang bekomme der «optimierte Mensch» eine ganz neue Bedeutung, vor allem wenn die Technik unter die Haut gehe. So führten funktionale Implantate, wie etwa Mikrochips, auf denen die wichtigsten Gesundheitsdaten gespeichert sind, zur Selbstoptimierung. Eine erweiterte Intelligenz bedeute somit eine erweiterte Körperkontrolle. Angesichts der Faszination, die die Technik ausübe, sei es aber nicht einfach, die Kontrolle zu bewahren. Denn es sei nicht allein die Technik, die uns beherrsche, sondern ihre Eigentümer wie etwa Amazon, Google oder Facebook.

Ferner gehe es nicht nur um Intelligenz im Sinne von Verstand und Bearbeitungskapazitäten, sondern um eine Bewertung, Einordnung der Dinge und eine Einsicht in Zusammenhänge, so ein Ergebnis des Themenkomplexes «Die totale Vernetzung». Hierbei wurde auch deutlich: Die Menschen sehnten sich nach Dingen zum Anfassen und nach Realität, was aber nicht bedeute, dass die Digitalisierung aufhöre. Vielmehr gehe sie eine neue Verbindung mit dem Dinglichen ein. Die Zukunft gehöre also dem Hybriden, das die dingliche und digitale Welt miteinander verbinde.